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Rückenschmerzen

Rückenschmerzen werden heute als Volkskrankheit Nummer 1 gehandelt. Die meisten Rückenbeschwerden treten morgens nach dem Aufwachen auf. Doch woher kommt das? Sollten wir uns nach einer erholsamen Nacht nicht regeneriert und ausgeschlafen fühlen? Die früher oft verschriebene Bettruhe kann Rückenschmerzen sogar verstärken, vor allem dann, wenn Verspannungen und Aktivitätsmangel die Ursache für die Beschwerden sind. Doch wie kann man Rückenschmerzen beim Schlafen vermeiden? Gibt es eine ideale Schlafposition? Und können Matratzen oder Kissen das Problem lösen?

Viele Rückenschmerzen lassen sich vermeiden!

Zunächst sei eines vorneweg gesagt: Rückenschmerzen sind nicht gleich Rückenschmerzen. Je nachdem, ob eine Verletzung, ein Bandscheibenvorfall oder eine Nervenschädigung vorliegt, können sich auch die geeigneten Schlaf- und Liegepositionen unterscheiden. Was dem einen gut tut, kann dem anderen möglicherweise schaden. Sehr häufig liegen jedoch den Rückenschmerzen Muskelverspannungen zu Grunde. Diese Verspannungen können im Schlaf nicht nur verstärkt werden, sondern Folge einer ungünstigen Liegeposition und eines ungeeigneten Bettes sein. Mit der richtigen Schlafposition können diese Beschwerden deutlich gelindert werden.

Die Schwierigkeit jedoch ist, dass viele Menschen Schlaflagen einnehmen, die auf Grund der meistens zu festen oder durchgelegenen Matratze eher ungünstig für unsere Wirbelsäule sind, wie zum Beispiel Bauchschläfer.

Die Rückenlage

Die Rückenlage ist eine rückenfreundliche Schlafposition. Um dabei die Lendenwirbelsäule zu entlasten, empfiehlt es sich, eine Matratze mit einer passenden Lendenwirbelunterstützung zu besitzen. Diese sollte im unteren Lordosebereich den nötigen Halt gewähren. Das Kopfkissen sollte die Halswirbelsäule ausgiebig unterstützen. Besonders zu achten ist darauf, dass das Kissen nicht zu hoch ist. Spezielle Nackenkissen sind besonders gut geeignet, um Hals und Schultern zu entlasten.

Die Bauchlage

Die Bauchlage ist für den Rücken eher ungünstig, da man hierbei ein starkes Hohlkreuz bildet und der Kopf zu einer Seite hin überdehnt wird. Wer allerdings nur in dieser Position schlafen kann, sollte eine etwas festere Matratze nehmen, die besonders durch eine gute Lendenwirbelunterstützung das Hohlkreuz bestmöglich ausgleicht. Das verhindert ein zu starkes Durchdrücken des Rückens und beugt Rückenschmerzen vor.

Zusätzlich empfiehlt sich ein Seitenschläferkissen, welches Sie dazu bringen soll, mehr in der Seitenlage zu schlafen. Funktionieren tut dies meist erst mit der richtigen Matratzenunterlage.

Wussten Sie, dass viele Menschen, die der Meinung sind, dass Sie auf dem Bauch schlafen, dies meist nur zum Einschlafen tun oder falls nachts in der Seitenlage zu viel Druck im Schulter- und Beckenbereich entsteht?

Fazit: Viele Menschen nehmen eine Halb-Bauch-Seitenlage deshalb ein, weil die Matratze eine gesunde Seitenlage auf Grund der mangelnden Schulter- und Beckenentlastung nicht zulässt. Daher wird beim Einschlafen, wie auch während der Nacht der Arm nach hinten/ vorne / oben genommen und ein Bein angewinkelt, um halbwegs entspannt zu schlafen.

Ein häufiges Drehen und Wenden, bis endlich eine Schlaflage gefunden wurde ist ebenfalls ein Frühwarnzeichen, dass die Matratze noch nicht die richtige ist.

Die Seitenlage

In der Seitenlage, insbesondere auf harten oder durchgelegenen Matratzen, wird die Wirbelsäule zu einer Seite durchgebogen wie eine Hängematte und es kommt zu einer Schiefstellung des Beckens (Iliosakralgelenk) und der Schulterachse. Durch eine dauerhafte Krümmung der Wirbelsäule können Verspannungen und Beschwerden entstehen.

Die Seitenlage stellt daher eine Matratze vor die größte Herausforderung, da die anatomisch breiteren Stellen (Schulter- und Beckenbereich) genügend einsinken müssen, wodurch hingegen der schmalere Taillenbereich genügend Unterstützung benötigt.

Besonders wichtig ist ebenfalls das Kissen in der Seitenlage. Bei unzureichender Schulterentlastungen wird sehr oft ein viel zu hohes Kissen verwendet, als eigentlich notwendig. Ein vernünftiges Nackenstützkissen sollte auf die Schlaflage und die Einsinktiefe des Schulterbereiches abgestimmt sein, sodass im Halswirbelsäulenbereich keine Krümmung entsteht.

Wie man sich bettet, so liegt man

Neben der richtigen Schlafposition spielt auch das Bett eine entscheidende Rolle. Die richtige Auswahl hilft, Rückenschmerzen beim Schlafen zu vermeiden und den Rücken zu entlasten. Eine gute Matratze kann zwar keine Rückenschmerzen wegzaubern, aber dafür sorgen, dass die einzelnen Tief- und REM-Schlafphasen genutzt werden können und keine weiteren Rückenbeschwerden provoziert werden. Die Matratze sollte weder zu hart noch zu weich sein und ist daher auch vom Körpergewicht, Körpergröße und Körperbau abhängig. Natürlich spielt auch das eigene Empfinden eine Rolle. Nur so kann sie die Wirbelsäule in jeder Schlafposition gut unterstützen. 

Beratung online oder persönlich

Eine fachmännische Schlafberatung, online oder persönlich, ist daher zwingend erforderlich, um zu wissen, welche Matratze die richtige ist. Es sollte zusätzlich darauf geachtet werden, dass nach einer Lebensdauer von 8-10 Jahren, je nach Qualität und Hygienemaßnahmen, die Matratze gewechselt wird. So kann man mit dem geeigneten Bett und der richtigen Matratze der Entstehung von Beschwerden vorbeugen und Rückenschmerzen beim Schlafen vermeiden.