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Mittagsschlaf

Der Mittagsschlaf - oder "Power Napping", wie es neuerdings heißt - ist eine Schlafepisode außerhalb der Hauptschlafphase. Dabei handelt es sich nicht nur um etwas für kleine Kinder und alte Leute: Rund achtzig Prozent der Menschen haben nach dem Mittagessen ein Leistungstief, wobei das Gehirn träge wird und die Leistung deutlich abnimmt. Viele Schlafforscher sind deshalb der Ansicht, dass ein kurzes Nickerchen am Nachmittag die Leistungs-, Konzentrations- und sogar die Reaktionsfähigkeit fördert. Doch nicht nur das. Ein Mittagsschlaf kann auch das Herzinfarktrisiko um bis zu 37 Prozent senken. 

Um die meiste Energie daraus zu ziehen, sollte der Kurzschlaf allerdings nicht länger als zwanzig bis dreißig Minuten betragen, damit man nicht in die Tiefschlafphase fällt. Diese Zeit reicht vollkommen aus, um das Großhirn zu regenerieren, beschädigte Zellen zu reparieren und das Immunsystem zu boosten. Dabei muss man nicht einmal richtig schlafen. Schon ein leichtes Dösen hat den selben Effekt. Wer länger als die empfohlene halbe Stunde schläft, kann allerdings das Gegenteil vom gewünschten Effekt erreichen: Trägheit und Schwerfälligkeit können die Folge davon sein. 

In anderen Kulturen, wie zum Beispiel in Japan oder China, gehört der Mittagsschlaf schon lange zum Alltag dazu. Hier bieten die Firmen sogar eigene Ruheräume an, damit die Mitarbeiter am Arbeitsplatz zwischendurch kurz neue Energie tanken können. Selbst in U-Bahnen, Einkaufszentren oder Parkplätzen ist es im asiatischen Raum keine Seltenheit, wenn man Menschen beim Mittagsschlaf beobachtet. In südlichen Ländern ist die mittägliche Siesta ebenfalls Gang und Gebe. Dieser Trend sickert langsam auch in deutsche Firmen. Vorreiter sind hier Unternehmen wie Lufthansa oder Opel.